
Künstlerische Erkundungen im Spreepark
Mit Daniela Brahm, Daniela Kinateder und Christian Hiller, Lukas Matthaei und Sebastian Quack, raumlaborberlin, Nadin Reschke, Hans Hs Winkler
Die Ausstellung IM DAZWISCHEN richtet den Blick auf eine besondere Phase in der Geschichte des einstigen Vergnügungsparks: die Zeit zwischen Lost Place und sichtbarer Transformation zu einem öffentlichen Park für Kunst, Kultur und Natur. Hinter dem Zaun des 2001 stillgelegten Vergnügungsparks entstand mit der Zeit ein ebenso verborgener wie lebendiger Raum. Pflanzen und Tiere eroberten sich das Gelände zurück, während Menschen den Ort auf unterschiedlichste Weise nutzten und erkundeten – darunter auch Künstler*innen, die seit 2018 eingeladen wurden, den Wandel zu begleiten. Entstanden ist ein künstlerisches Labor, das den Park als Erfahrungsraum begreift und Fragen nach Stadtgesellschaft, Stadtnatur und dem Zusammenleben menschlicher und nicht-menschlicher Akteur*innen aufwirft.
Die Ausstellung versammelt 6 Positionen, die sich in multimedialen Installationen, Soundarbeiten und performativen Werken mit diesen Fragen beschäftigen und den Spreepark als Spiegel gesellschaftlicher, technologischer und räumlicher Veränderungen betrachten.
Die Künstlerin Daniela Brahm nimmt den ehemaligen Vergnügungsparks zum Anlass, über das Eigentum an Grund und Boden nachzudenken. Ausgehend vom Lost Place und dem damaligen Erbbaurecht des Spreeparks unternimmt Daniela Brahm eine Reise entlang der alten Fahrgeschäfte durch die Geschichte der Eigentumskonzepte von Europa und Amerika über England bis nach China.


Lukas Matthaei und Sebastian Quack dagegen blicken aus dem Spreepark heraus auf den Zustand der Stadt Berlin und entwickeln alternative Konzepte von gemeinschaftlichem Vergnügen in Zeiten von sich rasant entwickelnden Technologien. Inspiriert vom „Cinema 2000“ im Spreepark führt die Installation der Künstlerin Daniela Kinateder und des Kurators Christian Hiller mit historischen Dokumenten und Filmcollagen aus Kulturpark-, Spreepark- und Lost Place-Zeiten nicht nur durch die Geschichte des Ortes, sondern weit zurück in die Anfänge und Entwicklung des Kinos.
Während Hans Hs Winkler in seinem Soundarchiv Zeitdokumente, Interviewausschnitte, Musik und Geräusche zu einer Erinnerungscollage über den Spreepark zusammenfügt, präsentiert Nadin Reschke eine multimediale Rauminstallation, die aus einem gemeinsamen künstlerischen Prozess mit Frauen/FLINTA*-Personen hervorgegangen ist. Die Arbeit begreift den Spreepark als feministischen Möglichkeitsraum und eröffnet neue Perspektiven auf Teilhabe, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung im öffentlichen Raum.
Die Frage, wie sich Erinnerungen formen und im Laufe der Zeit verändern, wird im Foyer der Ausstellung in einer Skulptur von raumlaborberlin verhandelt. Elemente des ehemaligen Riesenrads nehmen neue Formen an und bilden einen zentralen Ort für den aktiven Erinnerungs- und Erwartungsaustausch zwischen den Besucher*innen der Ausstellung.
Mit der Wiedereröffnung im Sommer 2027 schlägt der Spreepark ein neues Kapitel auf. Kunst, Kultur und Natur treten in einen Dialog mit der bewegten Geschichte des Areals. Ehemalige Attraktionen wie das Riesenrad oder der Monte Carlo Drive werden durch Kunst neu interpretiert und machen den Park zum Möglichkeitsraum, Ideengeber und Ausgangspunkt für neue Perspektiven. Die Ausstellung lädt dazu ein, diesen Übergang nachzuvollziehen und dabei gleichermaßen in die Vergangenheit und in die Zukunft zu schauen.








